Die Entlassung aus der Haft ist der Härtefall. „Hauptsache raus!“ sagen viele Gefangene verständlicherweise. Aber nach der Entlassung fangen manche Probleme erst an. Draußen lief die Zeit weiter. Nicht alle warten auf einen. Manchmal sind Beziehungen und alte Freundschaften in Frage gestellt. Wir haben hier ein paar Stellen aufgeführt, an die man sich mit unterschiedlichen persönlichen Problemen wenden kann:

Grundsätzlich gilt, dass die Mitarbeitenden, Seelsorgerinnen und Seelsorger der Evangelischen Bergischen Gefängnisgemeinde auch nach der Haft noch mal ansprechbar sind. Sie können dabei helfen zu sortieren oder wissen vielleicht, wo und wie Ihnen geholfen werden kann. Sie sind in der Regel über die Vollzugsanstalten erreichbar. Weitere Möglichkeiten sind Beratungsstellen im Bereich der Diakonie und Caritas oder auch bei der GESA Wuppertal: www.gesaonline.de/projekte-angebote/navi. Hier sind sehr nette und erfahrene Menschen tätig, die mit der Situation der Haftentlassung und Neuorientierung umgehen können.

Es wird kaum jemand aus der Haft entlassen, der keine Schulden hat. Es ist sinnvoll, sich hierzu bald Hilfe zu suchen. Das muss nicht der erste Weg nach der Entlassung sein. Wir können hier nicht alle Beratungsstellen in der Bergischen Region aufführen. Sie können aber über die Internetseite www.schuldnerberatungen.org in allen Städten und Kreisen Schuldnerberatungsstellen finden. Hier nur einige:  

Die Verbraucherzentrale mit ihren örtlichen Angeboten: www.vz-nrw.de

Das Ausländerrecht ist so kompliziert, dass Sie sich bei der Gefahr einer Ausweisung/Abschiebung in jedem Fall Hilfe suchen sollten. Nicht jede Anwältin/jeder Anwalt hat Kenntnis von diesem speziellen Recht. Wenige Fachanwälte für das Ausländerrecht sind spezialisiert und können helfen. Wir dürfen hier niemanden empfehlen. Sie können aber über die Internetseite www.rechtecheck.de/anwalt/auslaenderrecht/wuppertal in Wuppertal oder in einer anderen Stadt SpezialistInnen finden. Oft gibt es auch Beratungsstellen bei den freien Wohlfahrtsverbänden wie das Diakonische Werk oder der Caritas Verband in den Kommunen.

Es fällt nie leicht, sich einzugestehen, dass man ein Suchtproblem hat. Sucht kommt in den besten Familien vor. Die Abhängigkeit von illegalen Drogen führt automatisch in die Kriminalität. Aber auch die Abhängigkeit von legalen Drogen wie Alkohol, Tabletten, Glücksspiel geht auf Kosten der eigenen Lebensqualität und Gesundheit. Oft gefährdet sie Beziehungen und ganze Familien. Wir möchten hier auf Internetseiten verweisen, über die Sie Kontakt zu Beratungsstellen an Ihren Wohnorten bekommen: Die „Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V.“ www.dhs.de/suchthilfe/suchtberatung oder die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: www.bzga.de

Im Bergischen Raum arbeiten wir immer wieder gern mit folgenden Beratungsstellen zusammen:

Dann gibt es noch die bekannten Selbsthilfegruppen für Betroffene und Angehörige wie:

Wenn man sich in Stresssituationen nicht beherrschen bzw. nicht mehr kontrollieren kann, braucht man wahrscheinlich Hilfe. Oft gehen Beziehungen aufgrund unbeherrschter Gewalt kaputt. Man selbst fühlt sich schlecht oder schuldig. So wie man in ein Studio geht, um Muskulatur aufzubauen, so gibt es Trainingseinheiten, bei denen man lernt, mit Aggressionen anders umzugehen. Der Verein für Bewährungshilfe - www.verein-bwh-wuppertal.de - bietet ein professionelles „Anti-Gewalt-Training“ und „Soziale Trainingsgruppen“ an. Außerdem beraten Fachleute in der „Konfliktberatungsstelle Balance“ und helfen bei einem „Täter-Opfer-Ausgleich“. 

Wer einmal im Gefängnis war, kennt die Erfahrung, dass die ganze Familie leidet. Man selbst muss u.U. mit Schuldgefühlen klarkommen. Oft brauchen die Angehörigen während der schlimmen Zeit der Trennung Unterstützung. Auch nach der Entlassung sind die Beziehungen noch belastet. Wir empfehlen kompetente fachliche Unterstützung, bevor Missverständnisse und Probleme nicht mehr zu klären sind:

Über Inhaftierung und Entlassung, über straffällig gewordene Menschen und ihre Angehörigen weiß man in der Regel nicht viel, wenn man selbst nicht betroffen ist. Plötzlich kann sich aber die eigene, die bisherige Welt komplett verändern. Oft bekommt man das Gefühl, völlig allein zu sein. In den Medien und im Internet findet man aber durchaus seriöse Beiträge und Seiten (jenseits von Knastserien im TV!), die hilfreich sind, die neue Situation („eine andere Welt“) besser zu verstehen:

Der Katholische Gefängnisverein Düsseldorf hat wertvolle Informationen auch für Kinder zusammengestellt: www.gefaengnisverein.de/die-ratgeber-broschueren-des-kath-gefaengnisvereins

Der Katholische Schwesternverein im Bergischen Land fasst ebenso Hilfen für Angehörige zusammen: www.kathgv.de/thematisches

Das Leben geht auch im Knast irgendwie weiter: www.knastkultur.de

Inhaftierte haben über viele Jahre in eigenen Zeitungen versucht, die Rahmenbedingungen einer Inhaftierung darzustellen. Hier finden Sie viele Informationen, aber auch Tipps für die Entlassung, für Angehörige und entsprechende Probleme. z.B. „HAUSALARM“ (die Gefangenenzeitschrift der JVA Wuppertal-Simonshöfchen, siehe Reiter "Was wir tun") oder "DER LICHTBLICK. Die unzensierte Gefangenenzeitung der JVA Berlin-Tegel" (seit 1968): www.lichtblick-zeitung.org

 

Weitere Anlaufstellen:

JVA Remscheid: www.jva-remscheid.nrw.de

JVA Wuppertal-Simonshöfchen:  ww.jva-wuppertal-vohwinkel.nrw.de

JVA Wuppertal-Ronsdorf (Jugendliche):  www.jva-wuppertal-ronsdorf.nrw.de

Homepage der Justiz in NRW mit vielen nützlichen Informationen: www.justiz.nrw.de

Homepage des Vereins für Bewährungshilfe: www.verein-bwh-wuppertal.de

Evangelische Kirche im Rheinland (Überblick über Evangelische Kirchengemeinden, bei denen man vor Ort seelsorgerliche Hilfe finden kann): www.ekir.de 

Evangelischer Fachverband für Straffälligenhilfe: www.diakonie-rwl.de/themen/soziale-hilfen/fachverbaende/straffaelligkeit-evangelischer-fachverband-straffaelligenhilfe-rheinland

Ehrenamtliche Mitarbeit in der Straffälligenhilfe mit Unterstützung durch das Diakonische Werk Rheinland/Westfalen/Lippe:  www.ehenamt-straffälligenhilfe-nrw.de

Projekte der Bewährungshilfe im Landgerichtsbezirk Wuppertal:  www.bewährungshilfe-nrw.de/projekte/lg-wuppertal.html

Die GESA Wuppertal bietet in ganz vielen Bereichen Unterstützung wie Beschäftigung, Ausbildung, Beratung nach der Haft usw.: www.gesaonline.de

Das Wichernhaus in Wuppertal hat mehrere Häuser und Wohngruppen für Jugendliche und Erwachsene, die erst durch unterstützende Hilfe und Beratung wieder ins Leben starten wollen: www.wichernhaus-wtal.de

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